Wer eine Sehhilfe benötigt, darf im Straßenverkehr nicht darauf verzichten – sonst kann es schnell teuer und gefährlich werden. Das Fahren ohne Brille ist keine Kleinigkeit, sondern ein Verstoß gegen die Auflagen Ihres Führerscheins. Bereits ohne Unfall droht ein Verwarngeld, bei einem Unfall können jedoch deutlich schwerwiegendere Konsequenzen folgen – bis hin zu strafrechtlichen Folgen und Problemen mit der Versicherung.
In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Strafen beim Fahren ohne Brille drohen, wann von Fahrlässigkeit gesprochen wird und welche Auswirkungen ein Unfall ohne Sehhilfe auf Ihre Haftung und Ihren Versicherungsschutz haben kann.
- Fahren Sie ohne Brille erwartet Sie mindestens ein Verwarngeld von 25 Euro.
- Verursachen Sie dabei einen Unfall, kann es für Sie sehr teuer werden. Zudem kann Ihre Versicherung Leistungen kürzen.
- Kommt es bei einem Unfall ohne Brille zu Verletzten oder Toten, kann Ihnen der Vorwurf einer (groben) Fahrlässigkeit gemacht werden und Sie können eine Gefängnisstrafe erhalten.
- Unser Tipp: Deponieren Sie einfach eine Ersatzbrille in Ihrem Auto.
Was kostet Fahren ohne Brille?
Fahren Sie trotz Sehschwäche ohne Sehhilfe, kann das abhängig von der jeweiligen Gefährdungshöhe ganz schön teuer werden. Sie verstoßen dann gegen § 23 Absatz 2, § 75 FeV; § 24 StVG; 169 BKat, indem Sie ein Kraftfahrzeug führen, ohne die Auflagen zu beachten. Werden Sie bei dieser Ordnungswidrigkeit erwischt, müssen Sie ein Verwarngeld von 25 Euro zahlen. Mit Punkten in Flensburg müssen Sie in der Regel nicht rechnen, aber es kann passieren, dass die Polizei Ihnen die Weiterfahrt untersagt.
Welche Strafen drohen beim Unfall ohne Brille?
Kommt es jedoch beim Fahren ohne Brille zu einem Unfall, drohen Ihnen neben dem bereits erwähnten Verwarngeld weitere Konsequenzen. Ihnen kann der Vorwurf einer einfachen oder – im schlimmsten Fall – groben Fahrlässigkeit gemacht werden. Dieser Vorwurf kann sehr großen Einfluss auf den Umfang der zu leistenden Schadensersatzansprüche haben.
Nach § 276 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) handelt fahrlässig, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt. Grob fahrlässig handelt, wer diese Sorgfalt in besonders hohem Maße außer Acht lässt.
Insbesondere unter strafrechtlichen Gesichtspunkten kann sich der Fahrlässigkeitsvorwurf für Sie nachteilig auswirken. So können Sie sich – sollte es zu Verletzten oder gar Toten infolge des Unfalls kommen – wegen fahrlässiger Körperverletzung bzw. fahrlässiger Tötung strafbar machen.
Hierbei handelt es sich keineswegs um einen kleinen Verstoß! Wer sich gemäß § 229 Strafgesetzbuch (StGB) wegen einfacher fahrlässiger Körperverletzung strafbar macht, den erwartet eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe. Bei einer fahrlässigen Tötung nach § 222 StGB beträgt stehen sogar fünf Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe auf dem Spiel. Dazu können noch 3 Punkte in Flensburg kommen und es muss mit einem Entzug der Fahrerlaubnis gerechnet werdem.
Hinweis:
Dies ist keine abschließende Auflistung. Je nach Verhalten können auch noch weitere Delikte erfüllt sein.
Unfallgeschädigte wie Sie bekommen bei fairforce.one beste Unterstützung.
Lassen Sie Ihren Unfall jetzt kostenfrei und unverbindlich durch unsere Regulierungs-Spezialisten prüfen.
Warum ist das Fahren ohne Brille strafbar?
Die klare Sicht beim Fahren verschlechtert sich insbesondere für Brillenträger enorm, wenn die Sehhilfe vergessen wurde. Durch solch eine eingeschränkte Sicht erhöht sich das Unfallrisiko – und das ist nicht nur für Sie als Fahrzeugführer gefährlich, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer.
Unser Tipp für Sie: Um erst gar nicht ohne Brille fahren zu müssen, empfehlen wir Ihnen, einfach Ihre Ersatzbrille oder Ihre Ersatz-Kontaktlinsen im Auto zu deponieren. So gefährden Sie weder sich noch Andere, wenn Sie mal Ihre Brille verlegt oder vergessen haben. Denn Vergessen zählt nicht als Entschuldigung, wenn Sie beim Fahren ohne Brille von der Polizei ertappt werden.
Woher weiß die Polizei, wer eine Brille zum Fahren benötigt?
Man könnte annehmen, dass die Polizei anhand des Führerscheinbilds erkennen kann, ob der Fahrer eine Brille zum Fahren benötigt. Das ist allerdings nicht richtig. Vielmehr ist entscheidend, ob in Ihrem Führerschein die Schlüsselnummer “01” vermerkt ist. Diese kennzeichnet, dass Sie auf eine Sehhilfe beim Fahren angewiesen sind. Vielleicht erinnern Sie sich, dass Sie vor dem Erwerb Ihres Führerscheins einen Sehtest machen mussten. Dabei müssen Sie sich mindestens 70 Prozent Sehleistung attestieren lassen. Auf eine Sehhilfe beim Fahren sind Sie angewiesen, wenn Sie diese Sehleistung nur mit Brille oder Kontaktlinsen erbringen können.
Wenn Sie auf eine Sehhilfe beim Fahren angewiesen sind, wird dies in Ihrem Führerschein auf der Rückseite ganz unten in der Zeile „12.“ vermerkt. In diese Zeile können verschiedene Schlüsselzahlen eingetragen werden.
Damit werden für Sie gültige Einschränkungen gekennzeichnet. Zum Beispiel Sie dürfen nur bei Tageslicht oder nur mit Sehhilfe fahren. In der Anlage 9 zu § 25 Absatz 3 der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) sind die jeweiligen Schlüsselzahlen genauer erklärt. Die Schlüsselzahl „01“ bedeutet, dass Sie beim Autofahren auf eine Sehhilfe angewiesen sind. Diese Schlüsselzahl kann auch noch weiter konkretisiert sein:
- Schlüsselzahl „01.01“: Der Fahrer ist auf eine Brille angewiesen.
- Schlüsselzahl „01.02“: Der Fahrer ist auf Kontaktlinsen angewiesen.
- Schlüsselzahl „01.03“: Der Fahrer ist auf eine Schutzbrille angewiesen.
Häufig ist jedoch nur die allgemeine Schlüsselzahl „01“ vermerkt. Dann kann der Fahrer selbst entscheiden, ob er lieber eine Brille oder Kontaktlinsen tragen möchte.
Hinweis: Ist auf Ihrem Führerschein die Schlüsselzahl „01.01“ vermerkt, bedeutet dass, dass das Fahren ohne Brille auch dann nicht erlaubt ist, wenn Sie eine andere Sehhilfe wie zum Beispiel Kontaktlinsen tragen.
Zahlt die Versicherung beim Unfall ohne Brille?
Das Fahren ohne Brille kann auch nachteiligen Einfluss auf die Leistung Ihrer Kfz-Versicherung haben. Im Zweifelsfall übernimmt die Versicherung bei grober Fahrlässigkeit die entstandenen Schäden nicht oder zumindest nicht vollumfänglich. Denn die Versicherung kann nach § 26 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) in einem solchen Fall Kürzungen vornehmen.
Was muss ich tun, wenn der Unfallgegner seine Brille nicht getragen hat?
Stellt sich nach dem Unfall heraus, dass der Unfallgegner trotz entsprechender Auflage ohne Brille oder Kontaktlinsen gefahren ist, sollten Sie diesen Umstand unbedingt festhalten und der Polizei sowie später auch der Versicherung oder Ihrem Rechtsbeistand mitteilen. Wichtig sind dabei möglichst konkrete Hinweise, etwa Aussagen des Fahrers, ein Vermerk im Unfallprotokoll oder Zeugen, die bestätigen können, dass keine vorgeschriebene Sehhilfe getragen wurde. Denn das Fahren ohne notwendige Brille kann ein starkes Indiz für Fahrlässigkeit sein und bei der Klärung der Haftungsfrage eine wichtige Rolle spielen. Lassen Sie sich deshalb nicht auf Diskussionen vor Ort ein, sondern sichern Sie Beweise, dokumentieren Sie den Unfall sorgfältig und lassen Sie prüfen, ob Ihnen dadurch weitergehende Schadensersatzansprüche zustehen.
Unfallgeschädigte in Ihrer Situation bekommen bei fairforce.one einfach beste Unterstützung.
Je nach Unfallhergang erhalten Kunden im Durchschnitt 480 €2 Mehrauszahlung
Rückruf innerhalb von 5 Minuten.
Die richtigen Schritte zur fairen Schadensregulierung
Sie sind unverschuldet in einen Unfall geraten? Dann gehen Sie auf Nummer sicher und melden Sie sich direkt bei uns:
- Unser kompetentes Expertenteam bespricht mit Ihnen das für Sie richtige weitere Vorgehen.
- Bei Bedarf organisieren wir einen Gutachter bequem zu Ihnen nach Hause. Er erstellt das wichtige unabhängige Gutachten
- Ihre vollständigen Ansprüche werden durch spezialisierte Anwaltsteams mit unserer Software berechnet
- Ihre so optimierten Ansprüche werden bei den leistungspflichtigen Versicherungen geltend gemacht und für Sie zur Auszahlung gebracht
- Bei Bedarf unterstützt Sie unser Netzwerk mit geprüft zuverlässigen Fachwerkstätten und Ersatzfahrzeugen
- Sie werden über jeden Regulierungsfortschritt über unser innovatives KIS (Kunden-Informations-System) auf dem Laufenden gehalten.
Wir können Ihren Unfall nicht ungeschehen machen. Aber wir machen das Beste für Sie daraus, versprochen!
Häufig gestellte Fragen zum Thema Fahren ohne Brille
Was passiert, wenn ich ohne Brille Auto fahre, obwohl ich eine brauche?
Sie begehen eine Ordnungswidrigkeit. In der Regel droht ein Verwarngeld von 25 Euro. Zudem kann die Polizei Ihnen die Weiterfahrt untersagen, bis Sie Ihre Sehhilfe tragen.
mehr erfahrenWoher weiß die Polizei, dass ich eine Brille tragen muss?
Das ist im Führerschein vermerkt. Die Schlüsselzahl „01“ (z. B. 01.01 für Brille) zeigt an, dass Sie nur mit Sehhilfe fahren dürfen. Diese Auflage ist verpflichtend.
mehr erfahrenWas passiert bei einem Unfall ohne Brille?
Dann kann Ihnen Fahrlässigkeit oder sogar grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen werden. Das kann zu höheren Schadensersatzforderungen, Punkten in Flensburg, Führerscheinentzug und im schlimmsten Fall zu strafrechtlichen Konsequenzen führen.
mehr erfahrenZahlt die Versicherung bei einem Unfall ohne Brille?
Die Haftpflichtversicherung zahlt in der Regel den Schaden des Unfallgegners. Ihre eigene Kaskoversicherung kann die Leistung jedoch kürzen oder verweigern, wenn Ihnen grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen wird.
mehr erfahrenGibt es eine einfache Möglichkeit, Probleme zu vermeiden?
Ja: Bewahren Sie eine Ersatzbrille im Auto auf. So vermeiden Sie Bußgelder, Risiken im Straßenverkehr und mögliche Probleme mit der Versicherung.
mehr erfahren